An der Ursache ansetzen – RegJo 1/2013

An der Ursache ansetzen

„Rückenschmerzen zeichnen sich durch drei allgemeine Merkmale aus: Erstens, sie treten in jedem Alter, jeder Berufsgruppe und zu jeder beliebigen Zeit auf. Zweitens, sie schränken die Lebensqualität ein und verringern die Arbeitsleistung. Und drittens, sie sind der häufigste Grund für Arztbesuche“, beschreibt Josef Heinemeier die Motivation vieler Patienten, die ihn in seiner Gemeinschaftspraxis Chiropraktoren Heinemeier und Schmidt in Braunschweig aufsuchen. Dabei werden oftmals Bandscheibenvorfälle festgestellt. Bei näherer Untersuchung zeigt sich meistens, dass die Bandscheiben zwar Auslöser, jedoch aus chiropraktischer Sicht nicht die einzige Ursache für die Rückenbeschwerden sind. „Für viele Patienten sind Bandscheibenoperationen die regelmäßige medizinische Empfehlung. Dennoch ist es sinnvoll, zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten zu betrachten“, rät Heinemeier.
Praxispartner Timo Schmidt beobachtet: „Bandscheibenoperationen können zwar zunächst hilfreich sein, um die Schmerzen zu lindern. Wenn die Ursachen für den Bandscheibenvorfall jedoch nicht behoben werden, besteht die Gefahr, dass die Schmerzen wieder auftreten.“
Schmidt erlebt täglich, dass Patienten mit Rückenschmerzen dringend etwas dagegen tun wollen, aber angesichts der zahlreichen Therapien, aktiv oder passiv, oft ratlos sind. „Da jeder Mensch individuell zu betrachten ist, liegt es in der Natur der Sache, dass es für jeden den für ihn angemessenen Behandlungsplan zu erstellen gilt.“
„Dennoch ähneln wir uns in den Alltagsaktivitäten“, ergänzt Chiropraktorin Siena Rauskolb. „Während des achtstündigen Arbeitstages sitzen oder stehen wir. Einseitige Körperhaltungen führen oftmals zu mechanischen Fehlfunktionen. Obwohl uns bekannt ist, dass Muskelaufbautraining und tägliche Bewegung effektive Maßnahmen sind, um Rückenproblemen vorzubeugen, finden wir nach der Arbeit meist nicht die Zeit oder haben keine Lust Sport zu treiben, um diese Fehlhaltungen auszugleichen. Dadurch haben wir eine reduzierte Körperwahrnehmung, an die wir uns gewöhnen und sie somit als normal betrachten. Aus chiropraktischer Sicht lassen sich Rückenschmerzen in vielen Fällen auf mechanische Fehlfunktionen zurückführen.“
Rauskolb ergänzt: „Diese zu diagnostizieren, zu behandeln und diesen schließlich vorzubeugen, sind Kernaufgaben der Chiropraktik.“ Die Ergebnisse einer 2004 im British Medical Journal veröffentlichten Studie zeigen, wie entscheidend es ist, zunächst die Ursache von Rückenschmerzen, nämlich die mechanischen Einschränkungen der Wirbelsäule, zu behandeln. „Denn erst, wenn die Blockaden korrigiert sind, ist es auch sinnvoll, die Muskeln zu stärken und damit die Bewegungsabläufe zu stabilisieren“, erklärt Josef Heinemeier.

Die Chiropraktik versteht sich als Ergänzung zur Schulmedizin. Der Chiropraktor kann durch gezielte Impulse die Selbstheilungskräfte aktivieren. Er arbeitet mit den Händen und verzichtet auf den Einsatz von Medikamenten, Operationen und Technologien.
Durch genaues Beobachten des Bewegungsverhaltens, Ertastens von Gewebeveränderungen und Gespräche mit dem Patienten identifiziert er die Ursachen der Beeinträchtigungen. Ein Chiropraktor hat ein vier bis sechsjähriges Hochschulstudium absolviert und entspricht den Anforderungen der WHO-Richtlinie sowie denen der Europäischen Norm 16224.

Autor: Volker Schönfeldt


Veröffentlicht in „RegJo Niedersachsen“, Ausgabe 1/2013.
Das gesamte Heft und andere Ausgaben können hier heruntergeladen werden: www.regjo.de/download/ausgaben/RegJo-Niedersachsen-2013-1.pdf

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